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Unabhängige Patientenberatung Deutschland folgen

Unabhängige Patientenberatung Deutschland registriert beunruhigende Trends in der zahnmedizinischen Behandlung bei Kindern und älteren Patienten – Monitor beleuchtet Probleme für Patientensicherheit

Pressemitteilung   •   Jul 29, 2020 14:52 CEST

GettyImages/garysludden

Berlin, 29. Juli 2020

Mit Sorge beobachtet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), dass laut Beratungserfahrung jungen Patienten in der Zahnmedizin häufig Behandlungen unter Vollnarkose und hochbetagten Patienten teure Implantate an Stelle von Prothesen bei der Versorgung des zahnlosen Kiefers angeboten werden. Im jüngst veröffentlichten Monitor Patientenberatung werden diese Trends von der UPD als Beispiele für Problemlagen im Gesundheitswesen beschrieben, die als Indikator für eine Fehl- oder Überversorgung und als Gefahr für die Patientensicherheit angesehen werden können.

Im vergangenen Jahr waren die Berater der UPD häufig mit besorgten Eltern im Gespräch, die sich fragten, ob eine zahnmedizinische Behandlung ihrer Kinder tatsächlich nur unter Vollnarkose in Frage komme. Den Schilderungen vieler Ratsuchender nach zu schließen, wurden sie über Alternativen häufig nicht oder nicht ausreichend aufgeklärt. Mitunter berichteten sie auch davon, dass Zahnärzte eine Behandlung ihrer Kinder ohne Vollnarkose von vornherein abgelehnt hätten, ohne dass medizinische Notwendigkeit für die Narkose ersichtlich war. „Die Hinweise aus der Beratung haben wir im Monitor Patientenberatung aufgegriffen, weil sie auf ein generell wenig patientenorientiertes Verhalten hindeuten. In der individuellen Beratung kann unser zahnmedizinisches Team darüber aufklären, dass die Vollnarkose eine Option sein kann, wenn andere Alternativen wie etwa die Lokalanästhesie oder ein beruhigendes Gespräch nicht in Betracht kommen“, sagt Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD. „Aus medizinischer Sicht muss die Vollnarkose aber immer der Ausnahmefall bleiben, bezahlt wird sie von den Kassen auch nur dann, wenn sie medizinisch begründet ist.“

Bei der Versorgung zahnloser Kiefer sind Implantate nicht grundsätzlich besser

Anlass zur kritischen Rückmeldung sieht die Patientenberatung auf Basis ihrer Beratungserfahrung außerdem bei der Wahl des Zahnersatzes für Ältere. Denn immer wieder berichten gerade ältere Menschen oder deren Angehörige davon, dass Zahnärzte von einer konventionellen Zahnprothese von vornherein abraten und stattdessen deutlich teurere Implantate empfehlen. „Viele Ratsuchende können die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Versorgungsformen nicht einschätzen. Gleichzeitig fürchten sie die hohen Kosten von Implantaten. Würde die im Patientenrechtegesetz klar geregelte Aufklärungspflicht der Zahnärzte in der Praxis durchgängig beherzigt, könnten die Patienten besser beurteilen, ob ein Implantat mit Blick auf Lebensqualität und Aufwand des Eingriffs für sie die beste Wahl ist. Eine Überversorgung der Patienten könnte wahrscheinlich häufig vermieden werden“, sagt Thorben Krumwiede. „In der individuellen Beratung können wir Aufklärung leisten, auf die Möglichkeit der Zweitmeinung hinweisen und erläutern, wo und wie diese eingeholt werden kann“, erläutert Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der UPD.

Nach den Worten von UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede ist es das Hauptziel der Patientenberatung, die persönliche Gesundheitskompetenz der Ratsuchenden zu stärken. „Grundlegend verbessern kann sich die Situation aber nur, wenn unsere Hinweise auf Problemlagen, die wir als Teil unseres gesetzlichen Auftrags im Monitor jährlich zusammenstellen, von den Akteuren des Gesundheitssystems aufgegriffen werden.“

Über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

Die UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie hilft Ratsuchenden, sich im deutschen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden und Entscheidungen im Hinblick auf medizinische oder sozialrechtliche Gesundheitsfragen selbstbestimmt, eigenverantwortlich und auf informierter Grundlage zu treffen.

Gut erreichbar, bürgernah, qualifiziert: Das Beratungsangebot der UPD

Die unabhängige, neutrale, kostenfreie und evidenzbasierte Beratung der UPD ist für alle Menschen in Deutschland zugänglich – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Ratsuchende können die Patientenberatung unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail, oder Onlineberatung, in den 30 festen Beratungsstellen und an weiteren 100 Standorten in Deutschland, die regelmäßig von einem der drei UPD-Mobile angesteuert werden.

Neben medizinischen Fachteams und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gehören auch Juristen und Sozialversicherungsfachangestellte zum UPD-Beraterteam.

Dem gesetzlichen Auftrag (§ 65b des Sozialgesetzbuchs V) entsprechend macht die Patientenberatung über die individuelle Beratung hinaus Politik und Entscheidungsträger auf Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen aufmerksam, unterbreitet Lösungsvorschläge aus Patientensicht und stärkt auf diese Weise die Patientenorientierung im Gesundheitswesen.

Die telefonische Beratung der UPD steht über – aus allen Netzen, auch Mobilfunk – kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung in deutscher Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Fremdsprachige Angebote: Beratung in türkischer Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 23, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung in russischer Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 24, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung in arabischer Sprache, Rufnummer: 0800 332 212 25, Zeiten: dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags 17.00 bis 19.00 Uhr.

Der Beratungs-Service vor Ort oder im UPD Beratungsmobil kann nach telefonischer Terminabstimmung genutzt werden, und zwar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 25 (Zeiten: Mo – Fr 8.00 bis 22.00 Uhr, Sa 8.00 bis 18.00 Uhr).

Die Adressen der 30 Vor-Ort-Beratungsstellen sowie eine Übersicht über die 100 Städte, in denen das Beratungsmobil Halt macht, stehen unter www.patientenberatung.de.

Weitere Informationen, auch zu Online-Beratungsmöglichkeiten und der App, finden Ratsuchende unter www.patientenberatung.de, Facebook oder Twitter.


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