Unabhängige Patientenberatung Deutschland folgen
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Gesetzliche Krankenversicherung - Welche Folgen haben Beitragsschulden?

Pressemitteilung   •   Sep 14, 2018 08:00 CEST

Beitragsschulden

Wer krankenversichert ist, für den übernimmt die Gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen – vorausgesetzt, die Beiträge werden regelmäßig gezahlt. Doch was passiert, wenn dies nicht möglich ist? Welche Konsequenzen Beitragsschulden haben, erklärt Heike Morris, juristische Leiterin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Finanzielle Belastung

Bei Beschäftigten, die in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert sind, wird jeden Monat ein prozentualer Teil des Bruttogehalts gemeinsam mit dem Anteil des Arbeitgebers an die Versicherung überwiesen. Hauptberuflich Selbstständige gelten in der GKV als „Selbstzahler“ und entrichten allein den vollen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. Bei der Berechnung der Beiträge wird davon ausgegangen, dass sie mindestens 2.283,75 Euro brutto pro Monat verdienen. „Inklusive Pflegeversicherung und Zusatzbeitrag sind monatlich circa 400 Euro an die Krankenversicherung zu zahlen, wobei die konkrete Höhe vom Gewinn des einzelnen Versicherten abhängt“, sagt Morris. Für Existenzgründer und in Härtefällen liegt die Mindestbemessungsgrenze bei 1.522,50 Euro.

Kann der Versicherte die Beiträge nicht zahlen, werden die Schulden jeden Monat größer. Eine neue Regelung, die Anfang 2019 in Kraft treten soll, sieht vor, die Mindestbemessungsgrenze für freiwillig Versicherte zu halbieren. Der Beitrag für die Krankenversicherung wird sich dementsprechend reduzieren. „Bereits bestehende Beitragsschulden bleiben jedoch bestehen.“

Ist ein gesetzlich Versicherter mit Zahlungen in Höhe von Beitragsanteilen für zwei Monate im Rückstand und kann trotz Mahnung die Schulden nicht begleichen, so ruht der volle Versicherungsschutz. „Die Kasse übernimmt dann nur noch die Kosten für Akutbehandlungen und Früherkennungsmaßnahmen, sowie Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft.“ Sie haben Fragen zum Thema? Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät kostenfrei und unabhängig unter 0800 011 77 22 und www.patientenberatung.de.

Ratenzahlung vereinbaren

Wer mit den Beitragszahlungen in Verzug gerät, sollte sich frühzeitig mit seiner Krankenversicherung in Verbindung setzen. „Eventuell ist es möglich, eine Ratenzahlung zu vereinbaren“, sagt Heike Morris. Überweist der Versicherte den Monatsbeitrag und die Rate inklusive Verzugszins fristgerecht, hat er wieder Anspruch auf alle Leistungen der Krankenversicherung. „Ist eine Ratenzahlung nicht möglich, kann ein Schuldenberater helfen, eine Lösung zu finden.“ Im Falle einer Hilfebedürftigkeit kann der Versicherte zudem beantragen, dass die Beiträge durch den zuständigen Sozialleistungsträger übernommen werden.

Über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

Die UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie hilft Ratsuchenden, sich im deutschen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden und Entscheidungen im Hinblick auf medizinische oder sozialrechtliche Gesundheitsfragenselbstbestimmt, eigenverantwortlich und auf informierter Grundlage zu treffen.

Gut erreichbar, bürgernah, qualifiziert: Das Beratungsangebot der UPD

Die unabhängige, neutrale, kostenfreie und evidenzbasierte Beratung der UPD ist für alle Menschen in Deutschland zugänglich – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Ratsuchende können die Patientenberatung unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail, oder Onlineberatung, in den 30 festen Beratungsstellen und an weiteren 100 Standorten in Deutschland, die regelmäßig von einem der drei UPD-Mobile angesteuert werden.

Neben medizinischen Fachteams und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gehören auch Juristen und Sozialversicherungsfachangestellte zum UPD-Beraterteam.

Dem gesetzlichen Auftrag (§ 65b des Sozialgesetzbuchs V) entsprechend macht die Patientenberatung über die individuelle Beratung hinaus Politik und Entscheidungsträger auf Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen aufmerksam, unterbreitet Lösungsvorschläge aus Patientensicht und stärkt auf diese Weise die Patientenorientierung im Gesundheitswesen.

UPD – Die kostenlose Patientenauskunft für Deutschland im Serviceüberblick

Die telefonische Beratung der UPD steht über – aus allen Netzen, auch Mobilfunk – kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung in deutscher Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Fremdsprachige Angebote: Beratung Türkisch, Rufnummer: 0800 011 77 23, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Russisch, Rufnummer: 0800 011 77 24, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Arabisch, Rufnummer: 0800 332 212 25, Zeiten: dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags 17.00 bis 19.00 Uhr.

Der Beratungs-Service vor Ort oder im UPD Beratungsmobil kann nach telefonischer Terminabstimmung genutzt werden, und zwar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 25 (Zeiten: Mo – Fr 8.00 bis 22.00 Uhr, Sa 8.00 bis 18.00 Uhr)..

Die Adressen der 30 Vor-Ort-Beratungsstellen sowie eine Übersicht über die 100 Städte, in denen das Beratungsmobil Halt macht, stehen unter www.patientenberatung.de.

Weitere Informationen, auch zu Online-Beratungsmöglichkeiten und der App, finden Ratsuchende unter www.patientenberatung.de, Facebook, Twitter oder Vimeo.