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Einheitlicher Medikationsplan: Patientenberatung sieht Aufklärungsbedarf

Pressemitteilung   •   Mär 31, 2017 09:16 CEST

Medikationsplan bietet Schutz vor Einnahmefehlern

Trotz Gesetzesanspruch ist Leistung noch weit gehend unbekannt / Patienten können mit Medikationsplan Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern

Berlin, 30. März 2017 – Rund ein halbes Jahr nach dem Start des neuen bundeseinheitlichen Medikationsplans zieht die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) ein ernüchterndes Fazit: „Seit 1. Oktober 2016 hat jeder Patient mit mindestens drei verordneten Medikamenten Anspruch auf einen für Laien verständlichen Medikationsplan nach einheitlichem Muster“, sagt Dr. Johannes Schenkel, Ärztlicher Leiter der UPD. „Bedauerlicherweise müssen wir aber feststellen, dass kaum ein Patient davon überhaupt jemals gehört hat. Das muss sich ändern!“ Nach seinen Worten werden die Beraterinnen und Berater der UPD deshalb Ratsuchende verstärkt über die Vorteile des Medikationsplans aufklären.

Medikationspläne betreffen Millionen Deutsche: Jeder Fünfte nimmt regelmäßig mindestens drei Medikamente ein. Der neue bundeseinheitliche Medikationsplan kann Patienten, aber auch Ärzten und Apothekern einen stets aktuellen Überblick über die Medikation verschaffen. Er kommt für Patienten infrage, die mindestens drei verordnete im Körper wirkende Medikamente für einen Zeitraum von mindestens vier Wochen einnehmen. Trotz der eigentlich hohen Zahl an Anspruchsberechtigten und gesetzlicher Aufklärungspflichten steht der Durchbruch für den Medikationsplan indes noch aus. Johannes Schenkel: „Aus der medizinischen Beratung bei uns können wir nur schließen, dass der neue Medikationsplan noch nicht richtig in der gesundheitlichen Versorgung angekommen ist, obwohl die Ärzte zur Information der Patienten jetzt gesetzlich verpflichtet sind.“

Im Gegensatz zu den zuvor kursierenden Plänen, die gänzlich uneinheitlich und für Patienten oft unverständlich waren, ist der neue Plan immer gleich übersichtlich und mit patientenverständlichem Einnahmegrund für jedes Medikament aufgebaut. Dadurch soll es zu weniger Medikationsfehlern durch den Patienten kommen und außerdem das Verständnis für die eigene Medikation verbessert werden. Darüber hinaus hat der neue Plan den Vorteil, dass die Medikation von Ärzten und Apothekern über einen aufgedruckten Barcode schnell ausgelesen und angepasst werden kann.

Johannes Schenkel: „Wir halten den bundeseinheitlichen Medikationsplan für eine aus Patientensicht sehr sinnvolle Entwicklung, weil er die Arzneimittelsicherheit deutlich verbessern kann. Viel zu viele Patienten leiden heute noch unter Medikationsfehlern. Medikationspläne, die für Patienten verständlich sind, können das Risiko für derartige Fehler verringern. Wir appellieren daher an die Ärzte, die Patienten dazu besser zu informieren.“

Alle Daten vorerst nur auf Papier

Im Medikationsplan aufgeführt werden neben Wirkstoff, Handelsname, Stärke und Informationen zur Einnahme insbesondere auch patientenverständliche Begründungen, warum ein Medikament eingenommen wird – also beispielsweise wegen Bluthochdruck. Den Plan erhalten Patienten im ersten Schritt in Papierform – in der Regel vom Hausarzt, alternativ auch vom Facharzt, wenn der überwiegend die Therapie des Patienten begleitet. Die Aktualisierung des Plans kann auch in der Apotheke vorgenommen werden. Vom kommenden Jahr an soll es zusätzlich auch die Möglichkeit geben, die Daten auf dem Speicherchip der elektronischen Gesundheitskarte abzulegen, sofern der Patient dies wünscht.

Über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

Die UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie hilft Ratsuchenden, sich im deutschen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden und Entscheidungen im Hinblick auf medizinische oder sozialrechtliche Gesundheitsfragenselbstbestimmt, eigenverantwortlich und auf informierter Grundlage zu treffen.

Gut erreichbar, bürgernah, qualifiziert: Das Beratungsangebot der UPD

Die unabhängige, neutrale, kostenfreie und evidenzbasierte Beratung der UPD ist für alle Menschen in Deutschland zugänglich – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Ratsuchende können die Patientenberatung unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail, oder Onlineberatung, in den 30 festen Beratungsstellen und an weiteren 100 Standorten in Deutschland, die regelmäßig von einem der drei UPD-Mobile angesteuert werden.

Neben medizinischen Fachteams und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gehören auch Juristen und Sozialversicherungsfachangestellte zum UPD-Beraterteam.

Dem gesetzlichen Auftrag (§ 65b des Sozialgesetzbuchs V) entsprechend macht die Patientenberatung über die individuelle Beratung hinaus Politik und Entscheidungsträger auf Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen aufmerksam, unterbreitet Lösungsvorschläge aus Patientensicht und stärkt auf diese Weise die Patientenorientierung im Gesundheitswesen.

UPD – Die kostenlose Patientenauskunft für Deutschland im Serviceüberblick

Die telefonische Beratung der UPD steht über – aus allen Netzen, auch Mobilfunk – kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung in deutscher Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Fremdsprachige Angebote: Beratung Türkisch, Rufnummer: 0800 011 77 23, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Russisch, Rufnummer: 0800 011 77 24, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Arabisch, Rufnummer: 0800 332 212 25, Zeiten: dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags 17.00 bis 19.00 Uhr.

Der Beratungs-Service vor Ort oder im UPD Beratungsmobil kann nach telefonischer Terminabstimmung oder nach Terminabstimmung via Mail genutzt werden, und zwar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 25 (Zeiten: Mo – Fr 8.00 bis 22.00 Uhr, Sa 8.00 bis 18.00 Uhr) oder via Mail an terminvereinbarung@patientenberatung.de.

Die Adressen der 30 Vor-Ort-Beratungsstellen sowie eine Übersicht über die 100 Städte, in denen das Beratungsmobil Halt macht, stehen unter www.patientenberatung.de.

Weitere Informationen, auch zu Online-Beratungsmöglichkeiten und der App, finden Ratsuchende unter www.patientenberatung.de, Facebook, Twitter oder Vimeo.


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